Indica vs. Sativa: der Unterschied einfach erklärt

Woher Indica und Sativa kommen, wie sich die Pflanzen unterscheiden, was Hybride sind und warum die Faustregel zur Wirkung kaum hält.

Inhaltsverzeichnis

    Indica macht müde, Sativa macht wach. Diesen Satz hat jeder schon gehört, und er steht in fast jedem Shop. Das Problem: Er stimmt so nicht. Die Begriffe kommen aus der Botanik und beschreiben, wie eine Pflanze wächst. Über Geschmack oder Wirkung einer bestimmten Sorte sagen sie viel weniger, als die meisten denken.

    Woher Indica und Sativa kommen, wie du die Pflanzen unterscheidest, was ein Hybrid ist und was die Forschung zur Faustregel sagt, steht hier.

    Kurz gesagt

    • Indica und Sativa beschreiben ursprünglich, wie eine Pflanze wächst und woher sie stammt.
    • Fast alle Sorten im Handel sind heute Hybride.
    • Laut einer Studie in Nature Plants (2021) passt das Etikett oft nicht zur Genetik. Aussagekräftiger ist das Terpenprofil.

    Indica vs. Sativa: der Unterschied auf einen Blick

    Sativa Indica
    Wuchs hoch und schlank, oft deutlich über zwei Meter klein, kompakt, buschig
    Blätter lang und schmal kurz und breit
    Blütezeit lang kürzer
    Ursprüngliche Herkunft warme Regionen nahe dem Äquator Gebirgsregionen wie der Hindukusch
    Ruf anregend, „Tagsorte" beruhigend, „Abendsorte"
    Was davon belegt ist Wuchs, Blattform und Blütezeit. Der Ruf nicht.

    Was ist Sativa?

    Sativa kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „gesät" oder „angebaut". Gemeint ist die Kulturpflanze. Cannabis sativa wurde über Jahrhunderte vor allem für Fasern und Samen angebaut, also für Seile, Stoffe und Öl.

    Sativa-Pflanzen wachsen hoch, haben lange, schmale Blattfinger und brauchen lange, bis sie blühen. Ihre Heimat sind warme Regionen mit langen Sommern. Viele bekannte Sorten mit hellem, zitrischem oder krautigem Aroma gelten als sativa-dominant, Haze-Sorten sind das klassische Beispiel.

    Was ist Indica?

    Indica heißt schlicht „aus Indien". Die Pflanzen sind klein, kompakt und haben breite, kurze Blätter. Sie blühen schneller, was in kühleren Gebirgsregionen mit kurzen Sommern ein Vorteil ist. Viele Sorten mit erdigem, süßem oder dunkel-beerigem Aroma werden als indica-dominant geführt.

    Ob Indica eine eigene Art oder nur eine Unterart von Sativa ist, darüber streiten Botaniker bis heute. Der Wikipedia-Artikel zu Indischem Hanf fasst die verschiedenen Einteilungen gut zusammen.

    Woher die Einteilung kommt

    Den Namen Cannabis sativa vergab Carl von Linné im Jahr 1753. Er kannte die europäische Faserpflanze. Rund dreißig Jahre später beschrieb Jean-Baptiste de Lamarck eine kleinere Pflanze aus Indien als eigene Art und nannte sie Cannabis indica.

    Damit ging es also um zwei unterschiedlich aussehende Pflanzen. Um Geschmack, Aroma oder irgendeine Wirkung ging es damals nicht. Diese Bedeutung kam erst sehr viel später dazu, vor allem durch Züchter und Verkäufer.

    Indica, Sativa und Hybrid: warum fast alle Sorten gemischt sind

    Reine Indica- oder Sativa-Pflanzen gibt es heute kaum noch. Seit Jahrzehnten werden Sorten miteinander gekreuzt, und fast alles, was im Handel ist, sind Hybride. Wenn eine Sorte als „indica-dominant" oder „sativa-dominant" geführt wird, heißt das nur, dass in ihrem Stammbaum mehr von der einen Linie steckt.

    Ein gutes Beispiel ist White Widow: eine Kreuzung aus einer brasilianischen Sativa und einer südindischen Indica, die als ausgewogener Hybrid gilt. Mehr dazu im Sortenprofil White Widow.

    Indica oder Sativa Wirkung: was an der Faustregel dran ist

    Die Regel „Sativa wach, Indica müde" hält sich hartnäckig. Wissenschaftlich gestützt ist sie kaum.

    Eine Studie kanadischer und niederländischer Forscher, 2021 in der Fachzeitschrift Nature Plants erschienen, hat genetische Daten von Hunderten Proben mit ihrer Kennzeichnung als Indica oder Sativa verglichen (Watts et al., 2021). Das Ergebnis: Die Bezeichnung passt oft nicht zur tatsächlichen Genetik. Ein Zusammenhang zeigte sich am ehesten bei einigen Genen, die für Aromastoffe zuständig sind. Zwei Sorten mit demselben Etikett können sich also deutlich stärker unterscheiden als eine Indica von einer Sativa.

    Was stattdessen zählt, ist das Gesamtprofil einer Sorte, vor allem die Terpene, also die Aromastoffe. Was das ist und welche es gibt, steht im Ratgeber Terpene.

    Ist Haze Sativa oder Indica? Bekannte Sorten eingeordnet

    So werden bekannte Sorten in Sortendatenbanken üblicherweise geführt. Gemeint ist die Ursprungssorte, nach der ein Aroma benannt ist.

    Sorte Einordnung Aroma
    Super Lemon Haze sativa-dominant Zitrone, Zitronenschale, leicht süß
    Amnesia Haze sativa-dominant zitrisch, erdig, würzig
    Strawberry Cough sativa-dominant Erdbeere, süß
    Tangie sativa-dominant Mandarine, Orange
    Maui Wowie sativa-dominant tropisch, Ananas
    White Widow ausgewogener Hybrid erdig, holzig, würzig
    OG Kush Hybrid, eher Indica erdig, Kiefer, Zitrus
    Zkittlez indica-dominant Beerenmix, süß, Candy
    Purple Punch indica-dominant dunkle Beere, Traube, süß
    Forbidden Fruit indica-dominant tropisch, Kirsche, Zitrus

    Die Antwort auf die Frage „Ist Haze Sativa oder Indica?" lautet also: Haze-Sorten gelten fast immer als sativa-dominant. Rein Sativa sind sie heute praktisch nie.

    Indica und Sativa Sorten bei SHEESH

    Die Sorten bei SHEESH tragen die Namen dieser bekannten Ursprungssorten und sind nach deren Aroma ausgerichtet. Zitrisch und hell geht es mit Super Lemon Haze los, das gibt es als Pod, als Vape, als Blüte und als Pre-Roll. Erdig und ausgewogen ist White Widow. Für die süße, dunkle Seite stehen Zkittlez und Purple Punch.

    Alle Sorten als Pod findest du unter Pods, als Einweggerät bei den H3 Superior Vapes und den DNT-9 Vapes, als Blüte bei den SHEESH Budz und fertig gedreht bei den SHEESH Rollz.

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